Selbsternannte Intellektuelle (der Freitag)

Oktober 2016

Wie das völkische Netzwerk der „Identitären“ versucht, auf sich aufmerksam zu machen

Mit Paul Simon

„Erst wollte ich euch dazu beglückwünschen, dass ihr den blutigen Merkelsommer überlebt habt.“ So begrüßt der führende Kopf der „Identitären Bewegung“, Martin Sellner, das Publikum, das sich am Montag dieser Woche auf Einladung Jürgen Elsässers, Herausgeber des rechten Compact-Magazins, in einem Hotel in Berlin-Mitte eingefunden hat.

Die „neue Protestjugend“, so lautet der Titel der Veranstaltung, soll an diesem Abend gefeiert werden: Die „Identitären“ besetzten im vergangenen Monat erst das Brandenburger Tor und unterbrachen dann medienwirksam eine live im Radio übertragene Veranstaltung mit Jakob Augstein und Margot Käßmann. Gerade letztere Aktion hat es Sellner angetan; er schwelgt in dem Erfolg, den „Propagandainstrumenten der Multikulti-Ideologie“ einen Schrecken eingejagt zu haben. Rechte Aktivisten im Publikum hatten laut Parolen skandiert und dazu Schilder hochgehalten, auf denen das Wort „Heuchler“ zu lesen war. Sellner schwört, auch in Zukunft die „Meinungsdiktatoren“ zu „treffen, wo sie es nicht erwarten“ und kündigt weitere Aktionen an: „Die werden sich noch wünschen, in einer Zeit zu leben, wo man nur Schilder hochgehalten hat!“

https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/selbsternannte-intellektuelle

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